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Willkommen zum Frohsinn

Wie ein leichtsinniger Typ wirkt Peter Lüthi eigentlich nicht. Im Gegenteil. Der Tösstaler hat eine ruhige, geerdete Art und klare Vorstellungen: Er will den Frohsinn beim Bahnhof Kollbrunn wieder zu einem beliebten Treffpunkt machen. Ein gewisses Wagnis geht er mit seinem Projekt aber doch ein, das ist er sich bewusst. Denn Lüthi ist Quereinsteiger. 35 Jahre lang hat der 51-Jährige in der Region als Maurer gearbeitet, war Polier und führte ein Team von bis zu 15 Leuten. Nun hat er seine Stelle aufgegeben, um sich mit dem Frohsinn einen Traum zu erfüllen. «Es war ein einmaliges Angebot», sagt er. Hansruedi und Peter Jucker hätten ihn angefragt, ob er im Frohsinn übernehmen wolle. Die Brüder führen die Metzgerei nebenan, zu der auch das Restaurant gehört. Und sie sind mit Lüthi seit Jahren befreundet. 

 

Von ungefähr kommt ihr Angebot aber auch aus anderen Gründen nicht. Peter Lüthi war im Turnverein jahrelang für die Bankette an den Unterhaltungsabenden zuständig und kochte auch an anderen grösseren Anlässen, so etwa bei der Taufe des Zeller Zugs. «Ich kochte schon immer aus Leidenschaft», sagt er. Mehrmals habe er für Veranstaltungen eng mit der Jucker-Metzgerei zusammengearbeitet, was gut funktioniert habe. «Ich habe also keine Angst, dass es mit uns als Nachbarn und Geschäftspartnern nicht klappen könnte. Wir helfen einander.»

Bei der Menükarte setzen sie vor allem auf Fleisch aus der Jucker-Metzgerei. Zubereitet werden soll es unter anderem in einem Beefer, mit dem man Steaks auf den Punkt garen kann. Aber auch Poulet-Flügeli, Hamburger, Cordon bleu, Vegiburger, Pasta oder Fisch bieten sie an. Lüthi will alle Produkte für sein Restaurant möglichst aus der Region beziehen. «Allgemein sollte man die Ressourcen in der Nähe nutzen», sagt er. «Das ist nachhaltig.» 

 

Vorgesehen sind im Frohsinn auch Anlässe. Schon öfter hat Lüthi, als er noch in Rikon wohnte, ein Fussball-Stübli eingerichtet. Circa 100 Leute kamen an der WM oder EM jeweils zu besuch. «Das wollen wir weiterhin machen.» 

 

Ein wichtiges Zielpublikum sind für Lüthi Vereine. Er ist selber im Turnverein und singt im Männerchor. Traditionell ist der Frohsinn zudem ein Treffpunkt für den Schützenverein. Ein Vorteil ist für Lüthi, dass er in der Gemeinde aufgewachsen ist und schon in fast allen Zeller Ortsteilen gewohnt hat. Dadurch kennt er viele Leute und glaubt zu wissen, was in der Gegend gefragt ist. «Die Tösstaler sind ein schwieriges Volk», sagt er und lacht. «Ich kann das sagen, ich bin selber einer.»

Text: Rafael Rohner
Redaktor, Region | 
www.landbote.ch

 

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